Da ich erst 14 Uhr losradelte, entschied ich mich für die kurzen Optionen am Deich entlang. 75km in fünf Stunden war Herausforderung genug - bei leichtem Wind aus Ostsüdost - meiner Hauptrichtung heute. Außerdem will ich dennoch immer etwas Zeit für Genusspausen. In Schillig (nicht sehenswert) gab es Kaffee, einen Bienenstichberliner (sehr lecker) und ein frisches Brötchen dazu. In Hooksiel gab es das Muschelmuseum in einem sehr hübschen Haus und auch noch ein paar andere alte Gebäude. Später gab's einen Halt bei Lidl für einen Joghurt und ein Blätterteigteilchen. Und schließlich in Wilhelmshaven: eine wohl im Krieg auch restlos zerstörte Stadt (?) - dennoch führte der Radweg sympathisch durch viel Grün bis in die Stadtmitte. Zu sehen gab es da nichts - außer der markanten Drehbrücke und einem Schwimmbereich am Jadebusen. (Wer will da nicht eintauchen?) Da waren so viele Leute im Wasser, wie ich es selten unterwegs sah. Auch dort am Jadebusen standen überall Schafe am Deich. Die Strecken sind dahingehend auch vorteilhaft, weil man sich kaum verfahren kann und selten in die Karte blicken muss. Sonst ist es eher langweilig, da oft landseitig gefahren wird und dort nur Landwirtschaft ist. Schöner sind die meerseitigen Abschnitte mit Salzwiesen und ebenso mit Schafen.
Hier in Dangast werde ich weich gebettet am Jadebusen meine Augen schließen und wegdämmern. Sonst ist der Ort ebensowenig sehenswert. Ein grauenhafter Wohnmobilplatz, ein Strand, der nicht schön ist. Dafür eine recht coole Strandbar. Und: extrem mildes Klima. In den letzten Nächten brauchte ich dennoch Rollkragenpulli und Neoprenjacke - eher wegen des Winds als wegen der Temperaturen.
Für morgen habe ich ein Zimmer in Bremerhaven gebucht. Ganz kurz wären es 45km an den Deichen entlang - aber der Nordsee-Radweg führt über Umwege über etwa 100km zum Ziel. Morgen habe ich genug Zeit dafür - auch wenn es erst 8 Uhr Frühstück geben wird.
Recht interessant war heute die Schulklasse, die mit auf der Fähre übersetzte mit ihrer hübschen Lehrerin. Pubertierende Mädels und Jungs, die weit davon entfernt waren. Gestern war mir auf Spiekeroog noch ein Gymnasium aufgefallen. Man kann seine Kinder dort anmelden. Kostet nur 3.500€. Im Monat (!). Dekadent. Sonst gab es ein evangelisches Kindererholungsheim und eines vom CVJM. Und eine kirchliche Mutter-Kind-Klinik. Den Weg zum Ostende der Insel fand ich erst zu spät auf der Karte, den wäre ich trotz der Hitze gern gewandert. Von April bis Ende Juli ist der gesperrt.
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| Cooler Strandpub - aber kaum Leute nach Sonnenuntergang da - und der mildeste Abend bisher am Meer |
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| Am Jadebusen |
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| Wirklich hübsch ist Dangast nicht |
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| ... und Wohnmobilurlaub kann grauenhaft sein |
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| Horror |
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| unterwegs |
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| Drehbrücke in Wilhelmshaven, Bierpause |
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| Wilhelmshaven, grün und sympathisch |
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| St. Georg in einer Dorfkirche unterwegs |
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| Muschelmuseum in Hooksiel |
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