09.09.23 Irgendwo bei Bitterfeld
Ich habe meinen Zug geschafft und noch ist der pünktlich. Immer noch Traumwetter - die Klimaanlage im IC funktioniert zum Glück.
Ja - ich habe die Kilometer addiert und es sind fast exakt 2.000 km in 21 Tagen. Die Abkürzungen am Deich und den nicht gemachten Umweg über Rotterdam City zuzüglich meiner kleinen freiwilligen und unfreiwilligen Umwege ließen 100km weniger als ursprünglich geplant rauskommen. Immerhin doch 105km am Tag, wenn ich die beiden Inseltage nicht mitzähle, an denen ich ja auch nicht geradelt bin. Ich hätte es für weniger gehalten. Weil es wirklich viele Tage waren, an denen unter 100km zusammenkamen. Das war dann vor allem oft der Tatsache geschuldet, dass die Übernachtungen doch recht teuer waren oder sogar ausgebucht, wenn man zu spät buchte. Im Schnitt habe ich etwa 75 € für die Hotels und Pensionen bezahlt: 15 Nächte und noch 6 im Zelt, ohne das es nicht funktioniert hätte.
Am Fahrrad eine verlorene Schraube, die die Strebe des Gepäckträgers trägt, ein verlorenes Schloss und ein überfahrener Fahrradcomputer. Zwei Reifen, die nun dringend erneuert werden müssen, weil auf der Lauffläche keinerlei Profil übrig ist. Einmal habe ich Luft pumpen müssen, da ich zuviele Bordsteinkanten runtergehoppelt war. Zweimal habe ich eine Frontladertasche verloren, weil sie nicht richtig fest war - das hätte dumm ausgehen können. Und der Seitenständer ist verbogen durch das hohe Gewicht. Mal schauen, ob das repariert werden kann. Also viel Werkzeug und Ersatzteile umsonst transportiert...
Regenklamotten habe ich bis auf die Neoprenjacke und den Helmüberzug nicht benötigt und umsonst mitgenommen. Faktisch waren beide Lowridertaschen an den Vorderrädern so überflüssig. Weil das Wetter so toll war, hat mir die. eine 3/4-Fahrradhose gereicht. Ein paar Mal konnte ich die im Waschbecken waschen und über Nacht schnell trocknen. Zwei kurzärmelige Trikots und ein ärmelloses reichten auch. Für die Abende eine Jeans, ein Rollkragenpulli und zwei T-Shirts. Eine kurze Hose für einen Tag auf der Insel, eine Badehose. Mehr habe ich nicht gebraucht. In Summe hatte ich mindestens dreimal soviel Klamotten mit, wie ich tatsächlich gebraucht hatte - auch die Ersatzschuhe mussten nicht ausgepackt werden. Bei Regenwetter und Kälte hätte das alles aber auch ganz anders aussehen können.
Jetzt muss ich mich nur noch in Leipzig in die Reichsbahnwaggons schleppen und dann wird alles hoffentlich geklappt haben.
Auch das hat geklappt - also: ein toller Urlaub mit herrlichen Landschaften und entsprechender Kultur. Leider nicht viele Kontakte in der Zeit (was auch an mir lag). An der Umrundung Europas kann ich ja bissel weiter planen. So easy wie im flachen Norden wird es woanders nicht.
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