24.08.23 Le Treport 85km
Ich bin angepisst. Ich hatte mich für ein Zimmer in Le Treport entschieden, da erstens immer noch Regen drohte und zweitens in den kommenden Orten kein Zimmer unter hundert Euro zu finden war. Fünfzig Kilometer hätte ich mir noch zugetraut - je nach Wetter. So waren es etwa 85. Jedenfalls freute ich mich auf einen langen Nachmittag und Abend in der Stadt - die machte soweit erst einmal einen guten Eindruck.
Meine Unterkunft über booking.com fand ich schnell. Ich hatte einen Pin-Code für einen Minisafe bekommen, in dem der Schlüssel liegt. Allein: es gab etwa zehn solcher Boxen - und keine ging mit dem Code auf und letztlich nach viel Gefummel eine leere Box. Meine Anrufe und Mail blieben lange unbeantwortet - es gab auch keine Alternative.
Dann fiel mein an die Wand gelehntes Fahrrad um: Was ich erst später bemerkte, war der rausgefallene Fahrradcomputer. Den fand ich dann auf der Straße: überfahren. Das hat meinen Frust dann noch verstärkt und erst nach einer Stunde bekam ich die richtige PIN zur richtigen Box. Wäsche waschen, duschen, Kaffee trinken. Danach gab es einen ersten Stadtbummel: ich brauchte Frühstück für morgen, Kaffee ist da. Die Stadt ist nicht umwerfend, viele Touristen und auf diese abgestimmt sind die Geschäfte.
Sonst war der Tag nach dem Regen okay. Erst einmal habe ich Veules-les-Roses nicht angesehen - es nieselte noch und außerdem führte der Radweg drum herum. Das merkte ich erst, als ich schon den halben Anstieg hinter mir hatte. Vor allem deswegen kehrte ich nicht um. Der Niesel war nicht unangenehm und ich bin eigentlich nicht wirklich nass geworden. Bald konnte ich auch wieder die Neoprenjacke wegpacken. Den Rest des Tages radelte ich auf und ab. Nach Dieppe und einige andere kleine Ortschaften - immer wieder Strand und hoch auf die Berge. Ein Tal, eine Valleuse fuhr ich extra bergab - da war ich mit hunderten Möwen allein an einem endlos langen Strandabschnitt zwischen den Kreidefelsen. Einige Anstiege heute waren zu steil zum Radeln. Da hab ich dann doch mal paarhundert Meter schieben müssen.
Okay. Ich hab Frieden geschlossen mit Le Treport:
Ich war auf die andere Seite des Kanals gelaufen. Der Ort dort heißt Mers-Les-Bains und ist sehr malerisch: bunte Häuser - wohl aus der Gründerzeit. Jedenfalls schön saniert und nett anzusehen. Schöner als Le Treport. Nach einem bissel rumlaufen und knipsen denke ich, es war richtig, genau hier zu übernachten. Außerdem regnet es - und Camping wäre gerade nicht lustig. Morgen kommen die letzten Anstiege - es könnte daher sein, dass ich schneller voran kommen könnte. Je nach Windrichtung jedenfalls. Wenn es klappt, brauche ich noch zwei Tage für Frankreich, dann einen für Belgien. Noch liege ich im Plan, vor dem Plan.





















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