29.08.23 Haarlem ca. 85km

Der Zeltplatz war echt nicht schlecht. Auf der Lichtung stand nur ein weiteres Zelt. Im eigentlichen Camp war eine Kite-School mit hippen jungen Leuten. Die hatten da auch in der Küche zusammen Frühstück. Bei mir gab es frische warme Brötchen mit Butter und Brombeermarmelade. Das Zelt hatte ich da schon nass zusammengepackt - obwohl es nicht geregnet hatte. Ich hab nur zuviel geatmet. Außerdem habe ich das erste Mal nachts rauskrabbeln müssen (zwei Bier unmittelbar vorm Schlafengehen) und dann auch so sehr gefroren, dass ich mir das T-Shirt überziehen musste. Morgens zogen Kraniche und Gänse über die Lichtung.
Auf dem Weg zum Bootsableger machte ich noch einen Stopp mit Blick über die Dünen - der Weg war dann doch nur noch etwa 10km bis dahin - das größte Stück durch das üble Industriegebiet - oder eher: Logistikgebiet. Am Hafen gab es im "Futureland" ein Restaurant, wo ich meinen Frühstückskaffee bekam. Gegen elf fuhr das erste Schiff ohne Fahrräder ab. Kurz drauf kam ein weiteres, das dann so etwa zehn Räder und 15 Leutchen übersetzte - das dauerte fast eine Stunde. Beim Warten kam ich mit einem älteren Ehepaar aus der Aachener Ecke ins Gespräch. Die beiden waren das erste Mal elektrisch unterwegs mit massiven, noblen roten E-Bikes. Beide auch passionierte Radwanderer. Diesmal machten sie die Holland-Rundreise. Ein Stück in den kommenden Tagen fahren wir gleich. Ich entschied mich schon auf der Fähre, nur nach Haarlem zu fahren. Die Stadt klingt interessant (und ist es nun auch).
Die Fahrt heute war auch bis auf den Hafenbereich von Rotterdam wieder fast so schön wie gestern: es ging fast nur durch Dünen über überwiegend gut asphaltierte Radwege, die sehr gut ausgeschildert waren. Teilweise weite Naturschutzgebiete, Dünenberge auf und ab und Wind, der eher von schräg hinten kam und auch nicht so straff kam. An einem schöneren Strandstück trocknete ich mein Zelt im Wind - das braucht keine fünf Minuten. Später gabs in einem Supermarkt Brötchen und einen Fruchtdrink und für unterwegs Baguette und (Hilfe) veganen Käse, weil ich kein holländisch kann.
Um die Grote Kerke von innen zu sehen, habe ich mich kurz vor acht Uhr für ein Orgelkonzert entschieden. Außer von Bach gab es nur sehr modernes Zeug. Wobei György Ligaty echt interessant klang. Der Vortragende selbst hat bei Karlheinz Stockhausen studiert - sah auch entsprechend aus mit wildem weißen Haar. Auch eigene Kompositionen trug er vor mit seiner Frau an der Geige.
Das Programm las ich auf holländisch und hab alles verstanden - die englische Übersetzung habe ich nicht gebraucht - oder bestätigte das.
Jetzt sitze ich noch unter einem Heizstrahler auf dem Markt bei Bier und Pommes. Beide Hauptkirchen hier haben schöne Glockenspiele. Die schönste Stadt bisher: sehenswert, erlebenswert.









Der Innenhof des Tores

Das Amsterdamer Tor







!!!


De Grote Kerke







Wasserturm

Hilfe!



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