Nach allem Ärger, mein Fahrrad zuzrückzulassen, den schweren und teuren Bollerwagen hin- und herzuziehen und die drei Stunden am Festland verloren zu haben: es ist sehr friedlich hier. Selbst das Wetter lässt mir milde 19 °C um 21:45 Uhr, kaum Wind. Ein Fasan spazierte fast zahm über den Zeltplatz, Hasen hoppeln durch die Wiesen, der Igel spaziert nachts durch das Dorf. Dazu allerlei Gevögel und eine sternklare Nacht nach einem traumhaften Sonnenuntergang am weiten Sandstrand. Die Pulle Rotwein ist fast leer - ich nicht voll. Ein bisschen schade: die Kneipen ähneln Altersheimen. Selbst im Irish Pub war die Stimmung ähnlich belebt wie bei meiner Mutter im Heim. Nicht einmal wie kurz vorm Abendessen - sondern wie zwischen den Mahlzeiten. Ich hab den Drink dort daher weggelassen. Verschlafen, friedlich, extrem ruhig. Schön eigentlich. Viel mehr meins als die belgischen Nordseestrände oder der angesagte Strand in Frankreich, wo ich schnell wegwollte. Bissel wie Hiddensee. Allerdings war der Buchladen auf dem Festland nicht gerade ein Anzeiger für intellektuelles Volk: Krimis, Klatsch- und Tratschromane. Ein Buch von Jan Weiler (eins davon reicht in einem Urlaub) und sonst: zwei Bücher, die interessant klangen. Eins davon hab ich angefangen. Abwarten. Ein ganzer Tag morgen (abgesehen von einer Stunde Wattwandern) und eine Rückfahrt mit der Bahn.
Hier gibt es auch noch richtig viele Mücken in der Abenddämmerung. Inzwischen ist es schon wieder besser geworden - aber nicht vorbei. Ich sitze auf dem halben Weg zum Zeltplatz auf einer Bank und schreibe meine Notizen zum Tag. 48h ohne Fahrrad. Und über mir tut sich ein phantastischer Sternhimmel auf. Die Stirnlampe hilft mir, den Weg zum Zelt zu finden.
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| Irrer Abendhimmel - bissel überzeichnet |
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| Sonnenuntergang |
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| Platz für den Wein zum Sonnenuntergang |
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| alte Inselkirche |
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| Trotzdem fast einsame Strände |
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| Zelt in den Dünen |
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| Der fast zahme Zeltplatzfasan |
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| Rezeption des Zeltplatzes |
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